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1 Wasser in der Wüste on Sun Nov 16, 2014 1:44 am

Admin


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Vor wenigen Tagen hat ein Forscherteam des MARUM Feldstudien im südlichen Afrika beendet. Zwei Wochen sammelten die Wissenschaftler Wasser- und Bodenproben am Oranje-Fluss und entlang weiterer Flüsse der südafrikanischen West-Kap-Region. Vor dem Hintergrund immer wieder auftretender Dürren spielt vor allem der Oranje eine wichtige Rolle für die regionale Trinkwasserversorgung bzw. für Bewässerungsprojekte. Gemeinsam mit südafrikanischen Kollegen wollen die Forscher nun mehr über die Veränderlichkeit des Wasserhaushalts in der Region herausfinden.
[You must be registered and logged in to see this image.]Der Oranje ist der zweitlängste Fluss im südlichen Afrika. Er entspringt in den feuchten Drakensbergen im Osten der Südafrikanischen Republik. Bis zur Mündung im Atlantik sind es gut 2.160 Kilometer. Ein Viertel dieser Strecke legt der Oranje im Grenzgebiet zwischen Namibia und der Republik Südafrika zurück. Für diese karge, wüstenartige Region ist der Fluss die Lebensader schlechthin – sowohl mit Blick auf die Trinkwasserversorgung als auch hinsichtlich der Bewässerung von Agrarflächen entlang seiner Ufer. Freilich ist die Sicherheit der Wasserversorgung keineswegs gewährleistet. Immer wieder sorgen Trockenperioden für Wasserknappheit und abnehmende Trinkwasserqualität.
[You must be registered and logged in to see this image.]Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den deutsch-südafrikanischen Forschungsverbund RAIN. Das Kürzel steht für „Regional Archives for Integrated Investigations“. Im Rahmen des Verbunds erforschen südafrikanische und deutsche Wissenschaftlerinnen, welche Faktoren die regionalen Klimaschwankungen steuern und wie sich diese auf den Wasserkreislauf auswirken.
Um den Mechanismen der Klimaschwankungen auf die Spur zu kommen, haben Enno Schefuß und Annette Hahn vom MARUM in den vergangenen Wochen gemeinsam mit südafrikanischen Kollegen untersucht, welche Sedimente der Oranje heute mit sich führt. An den Hängen des weiten Flusstals haben sie aber auch ältere Ablagerungen beprobt. Nur so können die Forscher die Herkunft des Materials und damit längerfristige Klimaentwicklungen sowie einzelne Flutereignisse richtig interpretieren. „Wir waren sehr erstaunt, dass wir auch hoch über dem Flusstal alte Flutablagerungen fanden“, sagt Geowissenschaftler Schefuß. „Das müssen massive Flutereignisse gewesen sein!“. Die Proben werden demnächst in den MARUM-Laboren analysiert. Mehr noch: Weil der Oranje seine Sedimentfrachten vor der südafrikanische Küste ablagert und diese je nach Pegelstand des Flusses schwanken, werden parallel Sedimentkerne untersucht, die bereits 2003 während einer Expedition mit dem Forschungsschiff METEOR vor der südwestafrikanischen Küste gewonnen wurden.
[You must be registered and logged in to see this image.]„Die Umweltarchive am Meeresgrund ermöglichen es, über den historische Zeitraum hinauszublicken, die natürliche Variabilität des Wasserkreislaufs während vergangener Jahrtausende zu erfassen und mit den heutigen Gegebenheiten zu vergleichen“, sagt Annette Hahn: „Wir wissen zum Beispiel aus anderen Untersuchungen, dass der Wasserkreislauf auf dem südafrikanischen Kontinent durch eine veränderte Zirkulation in der Atmosphäre, aber auch durch Strömungsänderungen im Südatlantik beeinflusst wird.“ Vom Vergleich früherer mit heutigen Gegebenheiten erhoffen sich die Forscher auch Aufschlüsse darüber, wie der Mensch den Wasserhaushalt des Oranje beeinflusst.
Das Projekt RAIN ist in das internationale Kooperationsprogramm SPACES (Science Partnerships for the Assessment of Complex Earth System Processes) eingebettet. Neben Mitarbeitern des MARUM und verschiedener Institute an südafrikanischen Universitäten sind auf deutscher Seite Wissenschaftler der Universität Jena beteiligt. „Gerade der Bezug zu aktuellen sozioökonomischen Fragen im Zusammenhang mit Klimaveränderungen machen das interdisziplinäre Projekt RAIN zu einem erfolgversprechenden Paradebeispiel der (geo)wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Südafrika und Deutschland“, sagt MARUM-Mitarbeiter und Koordinator des Verbundvorhabens Matthias Zabel.]

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